Kinder aus Suchtfamilien




Seit langem ist bekannt, dass Sucht eine Familienkrankheit ist, von der alle Mitglieder einer Familie betroffen sind. Für die Abhängigen und ihre Partner gibt es inzwischen ein recht gut ausgebautes Hilfesystem. Das ist auch sehr gut so. Bei der äußerst schwierigen Situation der Kinder von Suchtkranken sieht das aber leider völlig anders aus. Die Auswirkungen der Sucht eines Elternteils auf die betroffenen Kinder werden erst seit wenigen Jahren von der Fachwelt zur Kenntnis genommen, in der öffentlichen Diskussion spielen die Leiden dieser Kinder auch weiterhin kaum eine Rolle. Sie sind die vergessenen Menschen in unserer Gesellschaft, niemand scheint sich so recht für sie zu interessieren. Dabei sind Kinder immer die schwächsten Glieder in den Familien. Wo die Sucht herrscht, sind sie dem Süchtigen, seiner Gewalt und der gespannten Stimmung in der Familie hilflos ausgeliefert. Den Lebenspartnern steht immerhin die Entscheidung offen, den Abhängigen im Notfall zu verlassen. Die minderjährigen Kinder haben dagegen in der Regel keine Wahl. Sie müssen sich überwiegend auf den nicht-abhängigen Elternteil verlassen. Das Ausmaß der Problemeinwirkung auf die Kinder ist dabei abhängig von der Fähigkeit oder Unfähigkeit dieses Menschen, ihnen genügend Schutz zu ermöglichen. Und da sieht es häufig sehr schlecht aus.

Bei den Kindern aus Suchtfamilien handelt es sich dabei keineswegs um eine verschwindend kleine Minderheit. In Deutschland rechnet man bei ungefähr 2,5 Millionen alkoholabhängigen Menschen mit 2 Millionen minderjährigen Kindern und Jugendlichen, die von diesem Problem unmittelbar betroffen sind. Hinzu kommen etwa 6 Millionen Menschen, die als erwachsene Kinder von Alkoholikern in einer hoch belasteten Umwelt aufgewachsen sind und die ihre Erfahrungen ebenfalls nicht verarbeitet haben. Die Gesamtzahl der Kinder aus alkoholbelasteten Familien beläuft sich also auf 8 Millionen Personen aller Altersstufen. Nur 25 Prozent von ihnen gehen unbelastet aus ihrer suchtbelasteten Kindheit heraus. Es bleiben ungefähr 6 Millionen zum Teil schwerkranke Menschen, denen keine angemessene Hilfe zukommt. Und natürlich kommen noch all die Kinder hinzu, in deren Familie ein anderes Suchtmittel (z.B. Medikamente, illegale Drogen, Spielsucht) zum Problem wurde. Das sind schon sehr erschreckende Zahlen.

Unsere Internetseiten sollen zur Ermutigung der Betroffenen beitragen, sich mit den eigenen Lebensbedingungen und den damit verbundenen Verhaltensweisen auseinander zu setzen. Wenn es in DEINER Familie ein Suchtproblem gibt und DU DICH informieren möchtest, musst DU dafür nicht unbedingt alle Seiten lesen. Spezielle Tipps für betroffene Kinder und Jugendliche haben wir unter „Hilfen für Betroffene“ kurz zusammen gestellt. Falls DU unsere Infos für gut und wichtig hältst, kannst DU DIR unser Plakat ausdrucken und es an das „schwarze Brett“ DEINER Schule oder DEINES Jungendzentrums hängen (musst DU wahrscheinlich die Erlaubnis vorher einholen). Die vermittelten Fakten auf den Seiten zum „Hintergrundwissen“ dienen vor allem als Hilfestellung für Pädagogen, damit diese auf konkrete Situationen in ihrem Umfeld angemessen reagieren können. Aber natürlich freuen wir uns auch über alle anderen Interessierten, die sich über dieses Thema ausführlich informieren möchten.

  HILFEN FÜR BETROFFENE HINTERGRUNDWISSEN  




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