Erwachsene Kinder aus Suchtfamilien








Die meisten erwachsenen Kinder aus Suchtfamilien denken, dass alles wieder gut wird, wenn sie entweder von zu Hause ausgezogen sind oder wenn der süchtige Elternteil „trocken“ bzw. „clean“ ist. Dieser Gedankengang ist auf den ersten Blick gar nicht abwegig. Tatsächlich reicht die Abstinenz des Suchtkranken in einigen Fällen aus, um bei den Kindern die Selbsthilfekräfte zu mobilisieren. Unabdingbare Voraussetzung dafür ist aber, dass die Eltern das erfahrene Leid und die Belastungen ihrer Kinder erkennen und annehmen. Dazu gehört auch, dass dem Kind eine seinem Alter angemessene Erklärung der Suchtkrankheit gegeben wird. Leider ist das in der Regel aber nicht der Fall. Die jahrelangen Auswirkungen des Lebens in einer Suchtfamilie und die damit einhergehenden seelischen Verletzungen haben sich bereits so stark in der Psyche dieser Menschen festgesetzt, dass sie als Erwachsene weiterhin nach den vertrauten Regeln und Erfahrungen aus der Kindheit leben, obwohl dafür eigentlich keine Notwenigkeit mehr besteht. Daher setzen die erwachsenen Kinder aus Suchtfamilien die Tragik ihrer Familienverhältnisse fort, wenn sie sich nicht konsequent ihren schmerzhaften Gefühlen von Angst, Schuld und Wut stellen und andere Beziehungsmuster erlernen. Sonst kann die Prägung durch die Suchterkrankung eines Familienmitglieds sich über die gesamte Lebensspanne der betroffenen Kinder erstrecken und auch noch für die nachfolgende Generation von großer Bedeutung sein.

„Überlebe erst und heile dich später.“


Nach diesem Leitsatz leben die Kinder aus Suchtfamilien unbewusst während ihrer Kindheit. Doch sobald sie dann erwachsen sind, nehmen nur die wenigsten von sich aus professionelle Hilfen in Anspruch, obwohl das dringend notwendig wäre. Einige Fachleute nehmen an, dass sich die gestauten Belastungen bei vielen dieser Menschen erst im Alter von 20 bis 30 Jahren entladen und dann zu persönlichen Zusammenbrüchen führen. Diese Spätfolgen schlagen sich häufig als psychische Erkrankungen oder eine eigene Suchterkrankung nieder. Einige finden dann den Mut, sich mit ihren seit Jahren unterdrückten Gefühlen auseinander zu setzen.

Nicht über Schwierigkeiten oder Enttäuschungen reden, keinem Menschen vertrauen, in allen Lebenslagen perfekt sein, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse nicht wichtig nehmen, immer für andere sorgen. Das waren die wohl wichtigsten Regeln, die Kinder aus Suchtfamilien als Überlebensstrategien gelernt haben. Diese für ihre Kindheit notwendigen Kompetenzen wenden sie auch noch im Erwachsenenalter an, da sie nie etwas anderes gelernt haben und in ihren Rollen erstarrt sind. Durch Betätigung des folgenden Links können SIE mehr über die daraus resultierenden Probleme erfahren.

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